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Fahrrinnenanpassung der Außenweser

Die Fahrrinnenanpassung der Außenweser zwischen Bremerhaven und der Nordsee.

Ziel des Vorhabens

Containerterminal Bremerhaven mit Außenweser Containerterminal Bremerhaven mit Außenweser Quelle: Wolfhard Scheer

Übersichtskarte Weseranpassung Übersichtskarte Weseranpassung Weseranpassung Übersichtskarte Quelle: WSA Weser-Jade-Nordsee

Die zukünftigen Verkehre zum Containerterminal (CT) Bremerhaven erfordern eine Anpassung der Außenweser zwischen Bremerhaven und der Nordsee. Für den Containerterminal Bremerhaven soll durch den Ausbau der Fahrrinne in der Außenweser eine tideunabhängige Erreichbarkeit für Großcontainerschiffe mit einem Abladetiefgang von maximal 13,50 m ermöglicht werden.

Als Teil der Anpassung der Außenweser ist auch die Tiefenanpassung der hafenbezogenen Wendestelle auf Höhe des Containerterminals Bremerhaven bei km 70,5 bis km 73,25 geplant. Zusätzlich ist zwischen km 98 und km 110 eine Verschwenkung der Fahrrinne und ab km 99 seewärts eine Verbreiterung der Fahrrinne von 300 m auf 380 m vorgesehen. Die ausgetonnten Fahrwasserbreiten verändern sich dadurch nicht.

Geplanter Ausbauzustand

Die Neufestlegung der Ausbautiefen umfasst den Abschnitt von km 69,5 oberhalb der Nordschleuse Bremerhaven bis km 120 (Neue Weser). Die Sollsohle wird dabei um max. 1,0 m abgesenkt.

Längsschnitt Ausbautiefen Längsschnitt Ausbautiefen Längsschnitt Ausbautiefen Quelle: WSA Weser-Jade-Nordsee

Um in der äußeren Außenweser Begegnungsverkehre zu gewährleisten, soll auf der Grundlage von Detailuntersuchungen die Fahrrinne zwischen km 99 und km 130 von 300 m auf 380 m verbreitert werden. Bereits vor dem SKN-14 m-Ausbau war in diesem Abschnitt eine Fahrrinnenbreite von 400 m vorhanden.

Fahrrinnenbreiten Fahrrinnenbreiten Fahrrinnenbreiten an der Außen und Unterweser (Nord) Quelle: WSA Weser-Jade-Nordsee

Verschwenkung Außenweser Verschwenkung Außenweser Verschwenkung Außenweser Quelle: WSA Weser-Jade-Nordsee

Zudem ist ab Weser-km 98 bis Weser-km 110 eine Westverschwenkung der Fahrrinne um bis zu 240 m in Bereiche größerer natürlicher Wassertiefen vorgesehen, um hierdurch die Böschungsanschnitte im Bereich der Tegeler Plate deutlich zu verringern und so den zukünftigen Unterhaltungsaufwand zur Gewährleistung der neuen Tiefenlage der Fahrrinnensohle zu reduzieren. Damit einhergehend ist eine Kurvenaufweitung um bis zu 70 m geplant.

Strombaumaßnahmen sind nicht geplant.

 

Ausbaubedingte Baggerungen und Umlagerungen

Karte Umlagerungsflächen Karte Umlagerungsflächen Überischt Umlagerungsflächen Quelle: WSA Weser-Jade-Nordsee

Zur Herstellung der neuen Sollsohle soll das Sediment mittels Laderaumsaugbaggern („Hopperbaggern“) entnommen werden. Diese pumpen das Sediment gemischt mit einem Anteil Wasser über einen Saugkopf an Bord. Das entnommene Sediment soll auf die vorhandenen Umlagerungsflächen in der Außenweser verbracht werden.

Das Ausbaubaggervolumen aus der Fahrrinne beträgt auf Grundlage des digitalen Geländemodells von 2015 (DGM-W 2015) insgesamt ca. 5 Mio. m³. Derzeit wird das DGM-W 2021 erstellt, was zu einer Aktualisierung der Baggervolumina führen wird. Diese werden bis zur Vorstellung des Untersuchungsrahmens vorliegen. Unabhängig davon, kann sich durch die morphologischen Veränderungen bis zum Baubeginn das o.g. Volumen noch verändern.

Die Arbeiten für die Herstellung der neuen Sohle sollen über einen Zeitraum von neun Monaten erfolgen, wobei sich für die einzelnen Baggerabschnitte Herstellungszeiten von wenigen Tagen ergeben.

Gebaggert werden hauptsächlich sandige, z. T. auch kiesige Sedimente. Bindige Sedimente (Mergel) fallen voraussichtlich nur zwischen km 77,0 und km 77,5 sowie zwischen km 95,4 und km 97,3 an. Die Mergel-Sedimente sind übersandet und werden durch die Baggerungen entfernt bzw. vorübergehend freigelegt. Sowohl in den Mergelstrecken als auch in Abschnitten mit vorwiegend grobkörnigen Sedimenten muss auch mit größeren Steinen (Findlinge) gerechnet werden, deren Abmessungen im Einzelfall eine gesonderte Bergung erfordern. Stellen die Steine ein nautisches Gefahrenpotential dar, werden sie in der Regel gehoben und dann entweder in einem nahegelegenen tiefe Kolk versenkt oder einer Verwendung an Land zugeführt. Insbesondere im Abschnitt zwischen km 68,85 und km 70 können neben sandigen auch schluffige Sedimente anfallen, sowie in kleinen Mengen auch Torf, Klei, Holz oder Muschelbruch.

Die anfallenden Sedimente sollen je nach Zusammensetzung auf die vorhandenen Umlagerungsflächen verbracht werden. Die Tide- und Sedimentrestriktionen, die für einige dieser Umlagerungsflächen gelten, werden beachtet. Die Eignung der Umlagerungsflächen zur Ablagerung von Baggergut ist auf der Basis der HABAK-WSV (Handlungsanweisung Baggergut Küste für die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes) und zuletzt gemäß GÜBAK (Gemeinsame Übergangsbestimmungen zum Umgang mit Baggergut im Küstenbereich) überprüft und unter Beachtung von Beschickungsvorgaben als zulässig erachtet worden. Es erfolgt auch zukünftig ein Bagger- und Umlagerungsflächenmanagement und ein vorhabenunabhängiges biologisches und morphologisches Monitoringprogramm. Schadstoffuntersuchungen werden auf den betroffenen Schlickumlagerungsflächen der Außenweser ebenfalls einbezogen.

Unterhaltung der Fahrrinne nach Herstellung der neuen Solltiefen

Zum Erhalt der geplanten Ausbautiefen sind Unterhaltungsbaggerungen notwendig; diese sollen ebenfalls mit Hopperbaggern erfolgen. Die erwarteten jährlichen Unterhaltungsvolumina werden voraussichtlich gegenüber denen des SKN-14 m-Ausbaus stark zunehmen. Nach dem Ende des morphologischen Nachlaufs, der ca. fünf Jahre andauern wird, ist mit einer Stabilisierung der Baggervolumina auf einem hohen Niveau zu rechnen. Die Baggerflächen nehmen stärker ab als die Baggervolumina. Wie lange dabei jeweils ein bestimmter Abschnitt mit Mindertiefen bebaggert werden kann, ist nicht genau vorherzusagen. In der Regel wird es sich um wenige Tage handeln.

Die bei der Unterhaltung anfallenden Sedimente entsprechen in ihrer Zusammensetzung tendenziell denen des Ausbaus. Sie werden jedoch etwas feinkörniger sein und weniger bis keine Steine enthalten, da es sich hier nicht um gewachsenen Boden, sondern um eingetriebenes Material handelt. Die Sedimente werden je nach Zusammensetzung auf die vorhandenen Umlagerungsflächen verbracht, wobei eine Minimierung der Fahrtstrecken angestrebt wird.

Die Unterhaltungsflächen in der Außenweser werden eine vergleichbare Entwicklung nach dem Ausbau nehmen wie die Unterhaltungsvolumina. Das heißt, nach einer deutlichen Vergrößerung erfolgt eine allmähliche Verringerung im morphologischen Nachlauf und danach eine Stabilisierung auf einem größeren Niveau als vor dem Ausbau. Durch die Fahrrinnenverschwenkung in der Hohewegrinne reduziert sich die Unterhaltungsfläche in diesem Abschnitt gegenüber der bisherigen Unterhaltung.